Theater "Herz und Hand"

Zimmermann label

Die Gustav-Walle-Mittelschule lud am 01.03.2019 die Schüler der 6. - 9. Klassen zu dem "Ein-Mann-Theaterstück mit dem Zimmermeister Richard Betz" ein.

Dabei ging es um die Fragen:
Wie findet man seinen Traumberuf?
Was macht ein Zimmermeister?
Was ist eigentlich Handwerk?

 

 

 

Theater1Antworten auf diese Fragen und noch viele mehr gab Zimmermeister Richard Betz letzte Woche in seinem Stück, in dem die Geschichte des Zimmermanns Paul Balmer erzählt wird, der über zahlreiche Umwege bei seinem Traumberuf landet.

Gespannt lauschten die 6. bis 9. Klassen der Gustav-Walle-Mittelschule dem in traditioneller Zimmermannstracht mit schwarzem Schlapphut auftretendem Zimmermeister, ausgestattet mit Motorsäge, Spezialbohrer und seiner selbst gebauten großen Werkzeugkiste.

Verpackt in eine spannende und rührige Geschichte transportierte Betz seine Botschaft: Die verbreitete Meinung „Wer nicht studiert, hat schon verloren“, sei ein „Riesenschmarrn“! „Achtet nur darauf, dass ihr’s gerne macht und dass ihr’s gut macht.“

Betz erzählte die Geschichte Paul Balmers, einem gierigen Investmentbanker, der nach tiefem Absturz sein Glück schließlich beim Zimmererhandwerk findet. Und wer einen spröden Vortrag zur Berufsorientierung erwartet hatte, merkte schon allein durch die Präsenz des Zimmermeisters Ballmer, seinen ersten Sätzen, dass hier jemand neben seinen hervorragenden handwerklichen Fähigkeiten und der Liebe zum Handwerk, einen möglichen Lebensweg mit Höhenflügen, Tiefen, Brücken und Krisen zeigt. Und natürlich erfahren die Schüler auch einiges über den Lebensweg Richard Betz‘, der selbst erst nach einem erfolgreichen Architekturstudium das Zimmererhandwerk erlernte und sich dann dafür entschied, weil es ihm erfüllender erscheint. Denn es geht bei der Berufswahl schließlich um viel mehr als nur ums Geldverdienen.

Theater2Total erfreut war Richard Betz über einen weiteren Zuschauer: seinen ehemaligen Lehrmeister Josef Kilian, der seinen Betrieb in Rieden bei Würzburg hat.

Während Betz Theater spielte und immer den Kontakt zu den Schülern suchte, baute er scheinbar nebenbei etwas, eine Holzbrücke nach Vorlagen Leonardo da Vincis. Zunächst ungläubig, dann mit großer Begeisterung liefen die Schüler darüber, sehr erstaunt, dass das alles ohne Schrauben oder Leim hielt. Und das Leuchten in ihren Augen zeigte, dass es Richard Betz gelungen war, sie für das Handwerk, für den Beruf des Zimmerers zu begeistern. Und bei ihm würden sie sicher sofort eine Ausbildung beginnen. Zu schade, dass sein Betrieb nördlich von Kassel liegt! Dennoch bewiesen die vielen Fragen im Anschluss des Theaterstücks, dass ein weiterer Beruf für die Schüler in die engere Auswahl bei ihrer Entscheidung für einen Beruf in Zukunft kommt.

Die Brücke bleibt bei uns an der Schule, sie wurde vom Förderverein der GWS erworben. Und in Zukunft werden wir damit einen Wettbewerb starten: Welche Klasse baut die Da Vinci-Brücke am schnellsten auf?

Karin Dietzsch

 


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